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Vermietereigene Heizungsanlage: So prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit und vermeiden überhöhte Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung!

Na, flattert dir auch schon wieder die Nebenkostenabrechnung ins Haus und du hast ein ungutes Gefühl, wenn du die Position "Heizkosten" siehst? Gerade wenn dein Vermieter eine eigene Heizungsanlage be...

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5 Min. Lesezeit
Vermietereigene Heizungsanlage: So prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit und vermeiden überhöhte Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung!

Na, flattert dir auch schon wieder die Nebenkostenabrechnung ins Haus und du hast ein ungutes Gefühl, wenn du die Position "Heizkosten" siehst? Gerade wenn dein Vermieter eine eigene Heizungsanlage betreibt, können die Kosten ganz schön ins Gewicht fallen. Aber keine Panik! Ich zeige dir, wie du die Wirtschaftlichkeit prüfen und überhöhte Heizkosten in deiner Nebenkostenabrechnung vermeiden kannst.

Warum du bei vermietereigenen Heizungsanlagen besonders aufpassen solltest

Stell dir vor: Dein Vermieter hat eine eigene Heizungsanlage im Keller. Das klingt erstmal gut, weil er die Kontrolle hat. Aber genau hier liegt auch der Haken: Er ist quasi sein eigener Energieversorger und kann die Kosten mehr oder weniger selbst bestimmen. Im Gegensatz zu einem Fernwärmeanschluss, wo die Preise in der Regel transparenter sind, kann es bei vermietereigenen Anlagen schwieriger sein, die Angemessenheit der Kosten nachzuvollziehen.

Erste Schritte: Die Nebenkostenabrechnung genau unter die Lupe nehmen

Bevor du in Panik verfällst, atme tief durch und nimm deine Nebenkostenabrechnung zur Hand. Hier sind ein paar Punkte, auf die du besonders achten solltest:

  • Verteilerschlüssel: Wie werden die Heizkosten auf die einzelnen Mietparteien verteilt? Ist der Verteilerschlüssel nachvollziehbar und fair? Meistens wird nach Wohnfläche und individuellem Verbrauch abgerechnet.
  • Gesamtkosten: Sind die Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen? Wenn ja, woran könnte das liegen? Gab es eine Preiserhöhung beim Energieträger (z.B. Öl oder Gas)? Wurde die Heizung gewartet?
  • Einzelkosten: Werden die Kosten für Brennstoff, Wartung, Bedienung und Überwachung der Heizungsanlage separat aufgeführt? Achte darauf, dass hier keine Kosten versteckt werden, die nicht umlagefähig sind.
  • Verbrauch: Vergleiche deinen eigenen Verbrauch mit dem der anderen Mietparteien. Liegst du deutlich über dem Durchschnitt? Dann solltest du dein Heizverhalten hinterfragen oder nach möglichen Mängeln in deiner Wohnung suchen (z.B. undichte Fenster).

Wirtschaftlichkeit prüfen: So gehst du vor

Jetzt wird es etwas kniffliger, aber keine Sorge, ich erkläre es dir Schritt für Schritt. Hier sind ein paar Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit der Heizungsanlage zu prüfen:

  • Vergleichswerte suchen: Versuche, Vergleichswerte für ähnliche Gebäude und Heizungsanlagen zu finden. Frag bei Mietervereinen oder Verbraucherzentralen nach. Online gibt es oft auch Rechner, mit denen du deinen Verbrauch mit dem Durchschnitt vergleichen kannst.
  • Energieausweis prüfen: Der Energieausweis gibt Auskunft über den energetischen Zustand des Gebäudes und den durchschnittlichen Energieverbrauch. Wenn die tatsächlichen Heizkosten deutlich höher sind als im Energieausweis angegeben, könnte das ein Hinweis auf Ineffizienz sein.
  • Wartungsberichte einsehen: Du hast das Recht, die Wartungsberichte der Heizungsanlage einzusehen. Daraus kannst du erkennen, ob die Anlage regelmäßig gewartet wurde und ob es Mängel gab, die zu einem höheren Verbrauch geführt haben könnten.
  • Sachverständigen hinzuziehen: Wenn du dir unsicher bist oder den Verdacht hast, dass die Heizungsanlage unwirtschaftlich arbeitet, kannst du einen Sachverständigen hinzuziehen. Dieser kann die Anlage überprüfen und dir eine unabhängige Einschätzung geben. Die Kosten dafür musst du aber erstmal selbst tragen. Wenn sich herausstellt, dass die Heizungsanlage tatsächlich mangelhaft ist, kann dein Vermieter aber verpflichtet sein, die Kosten zu übernehmen.
⚠️
WichtigDein Vermieter ist verpflichtet, die Heizungsanlage wirtschaftlich zu betreiben. Das bedeutet, er muss sie regelmäßig warten lassen, auf einen effizienten Betrieb achten und unnötige Kosten vermeiden.

Typische Fehler und Kostenfallen bei vermietereigenen Heizungsanlagen

Hier sind ein paar typische Fehler und Kostenfallen, auf die du achten solltest:

  • Überdimensionierung: Die Heizungsanlage ist zu groß für das Gebäude und verbraucht unnötig viel Energie.
  • Ineffiziente Technik: Die Heizungsanlage ist veraltet und arbeitet nicht mehr effizient.
  • Falsche Einstellungen: Die Heizungsanlage ist falsch eingestellt, z.B. zu hohe Vorlauftemperatur oder ungeeignete Heizkurve.
  • Mangelnde Wartung: Die Heizungsanlage wird nicht regelmäßig gewartet, was zu Störungen und höherem Verbrauch führen kann.
  • Unnötige Reparaturen: Es werden unnötige Reparaturen durchgeführt oder überteuerte Ersatzteile verwendet.
  • Umlage unzulässiger Kosten: In der Nebenkostenabrechnung werden Kosten umgelegt, die nicht umlagefähig sind, z.B. Kosten für die Instandsetzung der Heizungsanlage.
Merke: Laut BGH (Az.: VIII ZR 158/09) muss dein Vermieter bei der Auswahl des Brennstoffs darauf achten, dass dieser wirtschaftlich ist. Er darf also nicht einfach den teuersten Brennstoff wählen, wenn es eine günstigere Alternative gibt.

Was tun, wenn die Heizkosten zu hoch sind?

Wenn du den Verdacht hast, dass die Heizkosten zu hoch sind, solltest du zunächst das Gespräch mit deinem Vermieter suchen. Schildere ihm deine Bedenken und bitte ihn um eine Erklärung. Vielleicht kann er dir die hohen Kosten nachvollziehbar erklären oder ist bereit, Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit zu ergreifen.

Wenn das Gespräch nicht fruchtet, kannst du schriftlich Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einlegen. Begründe deinen Widerspruch und lege gegebenenfalls Beweise vor (z.B. Vergleichswerte, Wartungsberichte).

Sollte auch das nicht helfen, kannst du dich an einen Mieterverein oder einen Anwalt wenden. Diese können dir bei der Durchsetzung deiner Rechte helfen.

Energiespartipps, die wirklich helfen

Auch du kannst deinen Teil dazu beitragen, die Heizkosten zu senken:

  • Richtig heizen: Heize nur die Räume, die du tatsächlich nutzt. Senke die Temperatur in ungenutzten Räumen ab.
  • Richtig lüften: Lüfte mehrmals täglich kurz und kräftig (Stoßlüften) statt dauerhaft zu kippen.
  • Fenster und Türen abdichten: Dichte undichte Fenster und Türen ab, um Wärmeverluste zu vermeiden.
  • Heizkörper entlüften: Entlüfte deine Heizkörper regelmäßig, damit sie optimal arbeiten können.
  • Möbel nicht vor Heizkörper stellen: Stelle keine Möbel vor Heizkörper, da diese die Wärmeabgabe behindern.
  • Energiesparlampen verwenden: Verwende Energiesparlampen oder LEDs, um Strom zu sparen und die Wärmeabgabe zu reduzieren.

Fazit

Die Überprüfung der Nebenkostenabrechnung, insbesondere der Heizkosten bei vermietereigenen Anlagen, kann aufwendig sein, aber es lohnt sich! Mit den richtigen Informationen und einer genauen Prüfung kannst du überhöhte Kosten vermeiden und sicherstellen, dass du nur für das bezahlst, was du wirklich verbrauchst. Scheue dich nicht, deine Rechte als Mieter wahrzunehmen und bei Unklarheiten oder Verdachtsmomenten nachzufragen und gegebenenfalls Widerspruch einzulegen. Und denk dran: Energiesparen ist nicht nur gut für deinen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt! Also, ran an die Nebenkostenabrechnung und viel Erfolg beim Sparen!

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