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Nebenwohnsitz und Nebenkostenabrechnung: Wie sich Zweitwohnsitze auf Ihre Kosten auswirken

Na, auch ein Pendler oder einfach ein Fan von zwei Wohnsitzen? Klingt erstmal nach mehr Freiheit, aber lass uns ehrlich sein: Zwei Wohnungen bedeuten auch doppelte Kosten – besonders wenn es um die Ne...

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Nebenwohnsitz und Nebenkostenabrechnung: Wie sich Zweitwohnsitze auf Ihre Kosten auswirken

Na, auch ein Pendler oder einfach ein Fan von zwei Wohnsitzen? Klingt erstmal nach mehr Freiheit, aber lass uns ehrlich sein: Zwei Wohnungen bedeuten auch doppelte Kosten – besonders wenn es um die Nebenkostenabrechnung geht. Keine Sorge, ich helfe dir, den Durchblick zu behalten!

Dein Zweitwohnsitz und die Nebenkosten: Was du wissen musst

Viele Mieter mit einem Nebenwohnsitz fragen sich: Muss ich wirklich für beide Wohnungen die vollen Nebenkosten zahlen? Die kurze Antwort: Es kommt darauf an!

Generell gilt: Die Nebenkostenabrechnung basiert auf dem Verursacherprinzip. Das bedeutet, dass du nur für die Kosten aufkommen musst, die du tatsächlich verursacht hast. Bei verbrauchsabhängigen Kosten wie Wasser und Heizung ist das relativ einfach: Dein Verbrauch wird gemessen und entsprechend abgerechnet.

Aber was ist mit den fixen Nebenkosten, die unabhängig vom Verbrauch anfallen? Hier wird es etwas komplizierter.

Welche Kostenarten sind betroffen?

Schauen wir uns die gängigsten Kostenarten mal genauer an:

  • Heizung und Warmwasser: Hier kommt es auf die Messung an. Hast du in beiden Wohnungen separate Zähler, ist die Sache klar. Hast du aber beispielsweise in deiner Hauptwohnung eine Pauschale und in der Nebenwohnung einen Zähler, musst du natürlich nur den tatsächlichen Verbrauch in der Nebenwohnung zahlen.
  • Wasser und Abwasser: Ähnlich wie bei Heizung und Warmwasser. Gibt es separate Zähler, wird nach Verbrauch abgerechnet. Fehlen diese, kann der Vermieter den Verbrauch schätzen oder nach Wohnfläche verteilen. Hier könnte es sich lohnen, mit dem Vermieter zu sprechen, ob eine Anpassung möglich ist.
  • Müllabfuhr: Hier kommt es auf die kommunale Regelung an. In manchen Städten wird pro Person abgerechnet, in anderen pro Haushalt. Erkundige dich, wie das in deiner Stadt geregelt ist. Eventuell kannst du dich für deine Nebenwohnung von der Müllabfuhr befreien lassen, wenn du nachweisen kannst, dass du dort kaum Müll verursachst.
  • Grundsteuer: Die Grundsteuer wird in der Regel nach Wohnfläche auf die Mieter umgelegt. Hier hast du wenig Spielraum, da sie unabhängig von der Nutzung anfällt.
  • Gebäudeversicherung: Auch die Gebäudeversicherung wird meist nach Wohnfläche verteilt. Hier gilt das Gleiche wie bei der Grundsteuer.
  • Hausmeister, Gartenpflege, Treppenhausreinigung: Diese Kosten werden oft nach Wohnfläche verteilt. Hier könnte es sich lohnen, mit dem Vermieter zu sprechen, besonders wenn du in deiner Nebenwohnung kaum anwesend bist.
  • Kabelanschluss/Internet: Hier solltest du prüfen, ob du den Anschluss in deiner Nebenwohnung überhaupt nutzt. Wenn nicht, solltest du mit dem Vermieter sprechen, ob du von diesen Kosten befreit werden kannst.

So sparst du Nebenkosten bei deinem Zweitwohnsitz

Hier sind ein paar praktische Tipps, wie du deine Nebenkostenabrechnung für deinen Zweitwohnsitz optimieren kannst:

  1. 1.Zählerstände prüfen: Kontrolliere bei Erhalt der Nebenkostenabrechnung die Zählerstände für Wasser, Heizung und Strom. Sind diese korrekt erfasst? Weichen sie stark von deinem tatsächlichen Verbrauch ab?
  2. 2.Abrechnungszeitraum beachten: Ist der Abrechnungszeitraum korrekt? Hat sich dein Nutzungsverhalten während des Abrechnungszeitraums geändert?
  3. 3.Verursachungsprinzip einfordern: Bestehe auf dem Verursacherprinzip. Kannst du nachweisen, dass du bestimmte Leistungen in deiner Nebenwohnung kaum nutzt (z.B. Gartenpflege, Treppenhausreinigung), sprich mit deinem Vermieter über eine Anpassung der Kosten.
  4. 4.Gespräch mit dem Vermieter suchen: Sprich offen mit deinem Vermieter über deine Situation. Vielleicht ist er bereit, dir bei bestimmten Kosten entgegenzukommen.
  5. 5.Dokumentation ist alles: Sammle Belege und Nachweise, die deine Argumentation unterstützen. Das können zum Beispiel Fahrkarten oder Arbeitszeitnachweise sein, die belegen, wie viel Zeit du tatsächlich in deiner Nebenwohnung verbringst.
  6. 6.Musterbriefe nutzen: Im Internet findest du zahlreiche Musterbriefe, die du an deinen Vermieter schicken kannst, um deine Einwände gegen die Nebenkostenabrechnung geltend zu machen.
  7. 7.Rechtzeitig Einspruch erheben: Die Frist für einen Einspruch gegen die Nebenkostenabrechnung beträgt in der Regel 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung. Verpasse diese Frist nicht!
  8. 8.Untermieter suchen: Wenn du einen Teil deiner Nebenwohnung untervermietest, kannst du deine Nebenkosten reduzieren, da der Untermieter einen Teil der Kosten übernimmt.
  9. 9.Auf Verbrauch achten: Auch in deiner Nebenwohnung kannst du durch sparsames Verhalten deinen Verbrauch senken und somit deine Nebenkosten reduzieren.

Was sagt der BGH dazu?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich bereits mehrfach mit dem Thema Nebenkostenabrechnung auseinandergesetzt. Grundsätzlich gilt: Der Vermieter muss die Nebenkostenabrechnung transparent und nachvollziehbar gestalten. Er muss die einzelnen Kostenpositionen detailliert aufführen und die Berechnungsgrundlagen erläutern.

Ein wichtiges Urteil des BGH (Az. VIII ZR 27/07) besagt beispielsweise, dass der Vermieter bei der Abrechnung von Heizkosten den tatsächlichen Verbrauch berücksichtigen muss. Eine pauschale Abrechnung ist nur in Ausnahmefällen zulässig.

Streit mit dem Vermieter?

Wenn du mit deinem Vermieter keine Einigung erzielen kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Mieterverein: Der Mieterverein kann dich beraten und dir bei der Durchsetzung deiner Rechte helfen.
  • Schlichtungsstelle: In vielen Städten gibt es Schlichtungsstellen, die bei Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern vermitteln.
  • Gericht: Im Extremfall kannst du deine Ansprüche vor Gericht geltend machen. Dies sollte jedoch der letzte Ausweg sein.

Fazit: Augen auf bei der Nebenkostenabrechnung!

Ein Nebenwohnsitz kann teuer sein, aber du musst nicht alles widerstandslos hinnehmen. Mit den richtigen Informationen und einer sorgfältigen Prüfung der Nebenkostenabrechnung kannst du deine Kosten optimieren und bares Geld sparen. Scheue dich nicht, mit deinem Vermieter zu sprechen und deine Rechte einzufordern. Viel Erfolg!

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