Na, bist du auch genervt von deiner Nebenkostenabrechnung? Besonders die Position "Hausmeister" kann einem ganz schön die Laune verderben. Oft fragst du dich, ob das wirklich alles so seine Richtigkeit hat und ob du nicht vielleicht ein paar Euro sparen könntest. Keine Sorge, das geht vielen Mietern so! In diesem Artikel zeige ich dir, welche Aufgaben des Hausmeisters du vielleicht sogar selbst übernehmen könntest und wie du dadurch deine Nebenkosten senken kannst. Los geht's!
Hausmeisterkosten: Ein Überblick
Erstmal ist es wichtig zu verstehen, welche Aufgaben ein Hausmeister überhaupt hat. Ganz grob lassen sich diese in zwei Kategorien einteilen:
- •Regelmäßige Arbeiten: Das sind die Aufgaben, die regelmäßig anfallen, wie Treppenhausreinigung, Gartenpflege, Mülltonnen rausstellen und kleinere Reparaturen.
- •Außerordentliche Arbeiten: Dazu gehören größere Reparaturen, Winterdienst bei extremen Schneefällen oder die Beseitigung von Vandalismusschäden.
Welche Aufgaben kannst du selbst übernehmen?
Hier kommt der spannende Teil: Welche Aufgaben des Hausmeisters könntest du vielleicht sogar selbst erledigen? Denk daran, dass dies immer in Absprache mit deinem Vermieter geschehen muss. Du kannst nicht einfach anfangen, wild im Garten rumzubuddeln, ohne vorher gefragt zu haben.
Hier ein paar Beispiele, wo du mithelfen könntest:
- •Treppenhausreinigung: Wenn du dich mit deinen Nachbarn absprichst, könnt ihr euch abwechseln, das Treppenhaus zu putzen. Das spart nicht nur Geld, sondern stärkt auch die Gemeinschaft!
- •Gartenpflege: Rasen mähen, Unkraut jäten, Hecken schneiden – viele dieser Aufgaben sind nicht besonders kompliziert und du könntest sie vielleicht übernehmen.
- •Mülltonnen rausstellen: Wenn du sowieso jeden Morgen als Erster aus dem Haus gehst, könntest du dir das Mülltonnen-Rausstellen auf deine Kappe nehmen.
- •Kleine Reparaturen: Eine tropfende Armatur, eine lockere Türklinke – vielleicht bist du handwerklich geschickt und kannst solche Kleinigkeiten selbst beheben. Sprich das aber unbedingt vorher mit deinem Vermieter ab!
Was sagt das Gesetz?
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich schon mehrfach mit dem Thema Hausmeisterkosten befasst. Ein wichtiges Urteil (BGH, Urteil vom 10.11.2010, VIII ZR 284/09) besagt, dass nur solche Kosten auf die Mieter umgelegt werden dürfen, die tatsächlich angefallen sind und für die der Vermieter auch einen entsprechenden Nutzen hat. Das bedeutet: Wenn der Hausmeister Aufgaben erledigt, die eigentlich unnötig sind oder die du selbst übernehmen könntest, musst du diese Kosten nicht unbedingt tragen.
Aber Achtung: Der Vermieter ist nicht verpflichtet, deine Vorschläge anzunehmen. Er kann argumentieren, dass er einen professionellen Hausmeister beauftragen möchte, um die Qualität der Arbeit sicherzustellen.
Wie du vorgehst, um Kosten zu sparen
- 1.Prüfe deine Nebenkostenabrechnung: Schau dir die Position "Hausmeisterkosten" genau an. Welche Aufgaben werden hier abgerechnet?
- 2.Sprich mit deinen Nachbarn: Finden sie die Hausmeisterkosten auch zu hoch? Vielleicht sind sie auch bereit, Aufgaben selbst zu übernehmen.
- 3.Erstelle einen Plan: Überlege dir, welche Aufgaben du oder deine Nachbarn übernehmen könntet und wie viel ihr dadurch sparen würdet.
- 4.Rede mit deinem Vermieter: Präsentiere ihm deinen Plan und versuche, eine Einigung zu erzielen.
- 5.Halte alles schriftlich fest: Wenn ihr euch einigt, lass dir das schriftlich bestätigen. So bist du auf der sicheren Seite.
Worauf du achten solltest
- •Qualität: Wenn du Aufgaben des Hausmeisters übernimmst, solltest du sie auch ordentlich erledigen. Schließlich profitiert das ganze Haus davon.
- •Versicherung: Kläre mit deinem Vermieter ab, wie du versichert bist, falls du bei der Ausführung der Aufgaben einen Schaden verursachst.
- •Gleichbehandlung: Achte darauf, dass alle Mieter, die sich an der Eigenleistung beteiligen, gleich behandelt werden.
Wenn der Vermieter nicht mitspielt
Manchmal ist der Vermieter einfach nicht bereit, auf deine Vorschläge einzugehen. In diesem Fall hast du folgende Möglichkeiten:
- •Suche das Gespräch: Versuche, die Gründe des Vermieters zu verstehen und vielleicht eine Kompromisslösung zu finden.
- •Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung: Wenn du der Meinung bist, dass die Hausmeisterkosten zu hoch sind oder falsch abgerechnet wurden, kannst du Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einlegen.
- •Mieterverein: Wende dich an einen Mieterverein. Die können dir bei der Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung helfen und dich rechtlich beraten.
Fazit
Es lohnt sich, die Hausmeisterkosten in deiner Nebenkostenabrechnung genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit etwas Eigeninitiative und in Absprache mit deinem Vermieter kannst du vielleicht einige Aufgaben selbst übernehmen und so deine Nebenkosten senken. Auch wenn dein Vermieter nicht sofort begeistert ist, gib nicht auf! Versuche, ihn von den Vorteilen zu überzeugen und zeige ihm, dass du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen. Und denk immer daran: Du hast Rechte als Mieter! Nutze sie! Viel Erfolg!
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