Na, steht bei dir ein Umzug an? Herzlichen Glückwunsch erstmal! Aber bevor du dich ganz in dein neues Zuhause stürzt, gibt es noch eine Sache, die du auf keinen Fall vergessen solltest: die Zwischenablesung bei deiner Nebenkostenabrechnung. Klingt erstmal kompliziert, ist aber eigentlich ganz easy. In diesem Ratgeber zeige ich dir, worauf du achten musst, damit bei deiner Abrechnung alles fair abläuft und du am Ende keine böse Überraschung erlebst.
Warum ist die Zwischenablesung so wichtig?
Stell dir vor, du ziehst mitten im Jahr aus. Ohne Zwischenablesung würde der Vermieter deinen Verbrauch einfach schätzen oder schlimmstenfalls dem Nachmieter zuschlagen. Das wäre natürlich total unfair, denn du sollst ja nur für das bezahlen, was du wirklich verbraucht hast. Die Zwischenablesung sorgt also dafür, dass dein tatsächlicher Verbrauch bis zum Auszug korrekt erfasst wird.
Kurz gesagt: Die Zwischenablesung stellt sicher, dass du nur für deinen tatsächlichen Verbrauch zahlst und nicht für den deines Nachmieters.
Was genau wird bei der Zwischenablesung abgelesen?
Bei der Zwischenablesung werden typischerweise folgende Zählerstände erfasst:
- •Heizung: Heizkostenverteiler an den Heizkörpern und ggf. Wärmemengenzähler
- •Warmwasser: Warmwasserzähler
- •Kaltwasser: Kaltwasserzähler
- •Strom: Stromzähler (wenn der Vermieter den Strom über die Nebenkosten abrechnet)
Wer ist für die Zwischenablesung zuständig?
Grundsätzlich ist der Vermieter für die Zwischenablesung zuständig. Er muss sicherstellen, dass die Zählerstände korrekt erfasst werden. Du hast aber das Recht, bei der Ablesung dabei zu sein und die Zählerstände selbst zu notieren. Das ist sogar sehr empfehlenswert!
Deine Pflichten als Mieter
Auch wenn der Vermieter die Hauptverantwortung trägt, hast auch du als Mieter ein paar Pflichten:
- •Zugang ermöglichen: Du musst dem Vermieter oder seinem Beauftragten Zugang zu den Zählern ermöglichen.
- •Anwesenheit: Sei nach Möglichkeit bei der Ablesung dabei oder beauftrage eine Vertrauensperson.
- •Protokoll unterschreiben: Lasse dir ein Protokoll der Ablesung aushändigen und unterschreibe es (oder deine Vertrauensperson). Achte darauf, dass alle Zählerstände korrekt notiert sind.
- •Eigenes Protokoll: Mache dir am besten ein eigenes Protokoll mit den abgelesenen Zählerständen und Zählernummern. So hast du einen Nachweis in der Hand, falls es später zu Unstimmigkeiten kommt.
Was tun, wenn der Vermieter keine Zwischenablesung durchführt?
Manchmal kommt es vor, dass der Vermieter keine Zwischenablesung durchführt. Das ist zwar nicht optimal, aber kein Grund zur Panik. In diesem Fall hast du folgende Möglichkeiten:
- •Nachdrücklich auffordern: Fordere deinen Vermieter schriftlich und per Einschreiben auf, die Zwischenablesung durchzuführen. Setze ihm eine klare Frist.
- •Ersatzvornahme: Wenn der Vermieter die Frist verstreichen lässt, kannst du die Zwischenablesung selbst in Auftrag geben (z.B. bei einem Heizungsableser). Die Kosten dafür kannst du dann dem Vermieter in Rechnung stellen. Wichtig: Das ist nur möglich, wenn du dem Vermieter zuvor eine angemessene Frist gesetzt hast.
- •Nebenkostenabrechnung prüfen: Wenn keine Zwischenablesung erfolgt ist und der Vermieter den Verbrauch schätzt, solltest du die Nebenkostenabrechnung besonders genau prüfen. Vergleiche den geschätzten Verbrauch mit deinem bisherigen Verbrauch und deinen Erfahrungen. Wenn die Schätzung zu hoch erscheint, kannst du der Abrechnung widersprechen.
Vorlage für ein Protokoll der Zwischenablesung
Hier ist eine einfache Vorlage, die du für dein eigenes Protokoll der Zwischenablesung nutzen kannst:
Protokoll der Zwischenablesung
Datum: \[Datum der Ablesung]
Adresse der Wohnung: \[Adresse der Wohnung]
Mieter: \[Dein Name]
Vermieter (oder Beauftragter): \[Name des Vermieters oder Beauftragten]
| Zählerart | Zählernummer | Zählerstand bei Einzug | Zählerstand bei Auszug | Einheit |
|---|---|---|---|---|
| Heizung (HKV) | ||||
| Heizung (WMZ) | kWh | |||
| Warmwasser | m³ | |||
| Kaltwasser | m³ | |||
| Strom (optional) | kWh |
Unterschriften:
Mieter: _________________________
Vermieter (oder Beauftragter): _________________________
Die Nebenkostenabrechnung nach dem Auszug
Nach dem Auszug erhältst du irgendwann die Nebenkostenabrechnung für das vergangene Jahr. Hier ist es wichtig, die Abrechnung genau zu prüfen, insbesondere folgende Punkte:
- •Abrechnungszeitraum: Stimmt der Abrechnungszeitraum mit deiner Mietzeit überein?
- •Verbrauchswerte: Wurden die Zählerstände aus der Zwischenablesung korrekt berücksichtigt?
- •Abrechnungsschlüssel: Sind die Kosten korrekt auf die einzelnen Mieter verteilt (z.B. nach Wohnfläche oder Personenanzahl)?
- •Belege: Lass dir die Belege für die einzelnen Kostenpositionen zeigen, wenn du Zweifel hast.
Fazit
Die Zwischenablesung ist ein wichtiger Schritt beim Auszug, um sicherzustellen, dass du nur für deinen tatsächlichen Verbrauch bezahlst. Sei aktiv dabei, notiere dir die Zählerstände selbst und prüfe die Nebenkostenabrechnung nach dem Auszug sorgfältig. Mit diesen Tipps bist du bestens vorbereitet und kannst deinen Umzug entspannt genießen! Und denk dran: Bei Fragen rund um die Nebenkostenabrechnung kannst du dich auch an den Mieterverein wenden. Die helfen dir gerne weiter!
Weitere Artikel zum Thema

Die 3%-Regel bei Instandhaltungskosten: So prüfen Mieter ihre Nebenkostenabrechnung auf versteckte Reparaturen!

Gewerbemüll in der Nebenkostenabrechnung: Wann Mieter zahlen müssen und wie Sie sich wehren!
