Heizkosten

Neue Heizkostenverordnung 2025: Was ändert sich für Mieter und wie prüfe ich meine Nebenkostenabrechnung danach?

Na, freust du dich auch schon wieder auf die Nebenkostenabrechnung? Vermutlich eher nicht, oder? Gerade beim Thema Heizkosten blickt ja kaum jemand so richtig durch. Und jetzt kommt auch noch die neue...

Mister Check
5 Min. Lesezeit
Neue Heizkostenverordnung 2025: Was ändert sich für Mieter und wie prüfe ich meine Nebenkostenabrechnung danach?

Na, freust du dich auch schon wieder auf die Nebenkostenabrechnung? Vermutlich eher nicht, oder? Gerade beim Thema Heizkosten blickt ja kaum jemand so richtig durch. Und jetzt kommt auch noch die neue Heizkostenverordnung (HKVO) ab 2025. Keine Panik! Ich helfe dir, den Durchblick zu behalten und deine Abrechnung korrekt zu prüfen.

Was ändert sich für dich ab 2025?

Die neue Heizkostenverordnung soll vor allem zwei Dinge erreichen: Transparenz erhöhen und dich dazu bringen, energieeffizienter zu heizen. Das ist gut für deinen Geldbeutel und für die Umwelt! Hier sind die wichtigsten Änderungen, die du kennen solltest:

  • Fernablesbare Messgeräte werden Pflicht: Ab dem 1. Januar 2025 müssen alle neu eingebauten Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Das bedeutet, dass dein Vermieter die Zählerstände nicht mehr manuell ablesen muss, sondern sie automatisch aus der Ferne empfangen kann.
  • Monatliche Verbrauchsinformationen: Dein Vermieter muss dir ab 2025 monatlich Informationen über deinen Heiz- und Warmwasserverbrauch zur Verfügung stellen – entweder über ein Online-Portal, eine App oder per E-Mail. Das hilft dir, deinen Verbrauch besser im Blick zu behalten und gegebenenfalls anzupassen.
  • Mehr Informationen in der Abrechnung: Die Abrechnung muss detaillierter sein. Du findest dort künftig zum Beispiel Informationen zum CO2-Preis, den dein Vermieter zahlen muss.

Warum diese Änderungen?

Die Bundesregierung will mit der neuen HKVO den Energieverbrauch senken und die Energiewende voranbringen. Durch die monatlichen Verbrauchsinformationen sollst du ein besseres Gefühl für deinen Energieverbrauch bekommen und motiviert werden, sparsamer zu heizen. Die Fernablesung spart Zeit und Kosten und reduziert potenzielle Fehlerquellen bei der Ablesung.

Wie prüfst du deine Nebenkostenabrechnung nach der neuen HKVO?

Auch wenn die neue HKVO erst ab 2025 gilt, ist es gut, schon jetzt zu wissen, worauf du achten musst. Hier sind ein paar Tipps:

  1. 1.Formelle Prüfung:
* Ist die Abrechnung verständlich? Wenn nicht, fordere eine detailliertere Aufschlüsselung an.
* Sind alle Kostenarten aufgeführt, die im Mietvertrag vereinbart wurden? Dein Vermieter darf nur Kosten abrechnen, die im Mietvertrag stehen.
* Ist der Abrechnungszeitraum korrekt (meist ein Jahr)? * Ist die Abrechnung fristgerecht zugegangen? Dein Vermieter hat in der Regel bis zum 31. Dezember des Folgejahres Zeit, dir die Abrechnung zuzustellen.
* Enthält die Abrechnung die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben? Dazu gehören zum Beispiel die Angabe der Wohnfläche, der Verteilerschlüssel und die Gesamtkosten.
  1. 2.Inhaltliche Prüfung:
* Stimmen die Gesamtkosten? Vergleiche die Gesamtkosten mit den Vorjahresabrechnungen. Gibt es auffällige Abweichungen?
* Sind die Kosten korrekt verteilt? Der Verteilerschlüssel (z.B. nach Wohnfläche oder Verbrauch) muss nachvollziehbar und korrekt angewendet werden.
* Sind die Heizkosten korrekt berechnet? Achte darauf, dass der Anteil der verbrauchsabhängigen Kosten mindestens 50% betragen muss. Der restliche Anteil kann nach Wohnfläche verteilt werden. Die neue HKVO ändert daran nichts.
* Sind die Messwerte korrekt? Wenn du Zweifel hast, kannst du Einsicht in die Originalbelege und Messprotokolle verlangen.
* Werden die monatlichen Verbrauchsinformationen bereitgestellt? Ab 2025 ist das Pflicht.
  1. 3.Achte besonders auf:
* Leerstandskosten: Kosten für leerstehende Wohnungen dürfen nicht auf dich umgelegt werden.
* Verwaltungskosten: Diese sind grundsätzlich nicht umlagefähig.
* Reparaturkosten: Nur Instandhaltungskosten, die der Erhaltung des Gebäudes dienen, sind umlagefähig. Reparaturen an einzelnen Geräten (z.B. Heizung in einer Wohnung) sind nicht umlagefähig.

Was tun, wenn etwas nicht stimmt?

Wenn du Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung entdeckst, solltest du sofort schriftlich Widerspruch einlegen. Setze deinem Vermieter eine Frist zur Korrektur der Abrechnung. Wichtig: Zahle den geforderten Betrag trotzdem fristgerecht, da ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat. Nachzahlung unter Vorbehalt ist hier das Stichwort.

BGH-Urteile helfen dir: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in vielen Urteilen Mieterrechte gestärkt. Informiere dich über relevante Urteile, die deine Situation betreffen. Beispielsweise hat der BGH entschieden, dass unklare oder unvollständige Abrechnungen unwirksam sein können (BGH, Urteil vom 08.03.2006, Az. VIII ZR 78/05).

Datensicherheit bei Fernablesung

Die Fernablesung bringt zwar Vorteile, aber auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Achte darauf, dass dein Vermieter die datenschutzrechtlichen Bestimmungen einhält. Das bedeutet:

  • Transparenz: Du musst darüber informiert werden, welche Daten erfasst und wie sie verwendet werden.
  • Datensparsamkeit: Es dürfen nur die Daten erfasst werden, die für die Abrechnung notwendig sind.
  • Datensicherheit: Die Daten müssen vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.

Der CO2-Preis und seine Auswirkungen

Seit 2021 gibt es einen CO2-Preis auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Dieser Preis wird von den Energieversorgern an die Vermieter weitergegeben und muss in der Nebenkostenabrechnung ausgewiesen werden. Der CO2-Preis soll Anreize schaffen, den Energieverbrauch zu senken und auf klimafreundlichere Heizsysteme umzusteigen.

Pflichten deines Vermieters

Dein Vermieter hat einige Pflichten im Zusammenhang mit der Heizkostenabrechnung:

  • Er muss dir die Abrechnung fristgerecht zukommen lassen.
  • Er muss die Abrechnung verständlich und nachvollziehbar gestalten.
  • Er muss dir Einsicht in die Originalbelege gewähren.
  • Er muss die Messgeräte regelmäßig warten und überprüfen lassen.
  • Ab 2025 muss er dir monatliche Verbrauchsinformationen zur Verfügung stellen.

Energieeffizienz: So sparst du Heizkosten

Unabhängig von der neuen HKVO kannst du selbst aktiv werden, um Heizkosten zu sparen:

  • Richtig lüften: Mehrmals täglich kurz und kräftig stoßlüften statt dauerhaft das Fenster zu kippen.
  • Heizkörper entlüften: Wenn die Heizkörper gluckern, solltest du sie entlüften.
  • Thermostate richtig einstellen: Drehe die Heizung herunter, wenn du nicht zu Hause bist oder schläfst.
  • Dichte Fenster und Türen: Dichte undichte Stellen ab, um Wärmeverluste zu vermeiden.
  • Vorhänge und Rolläden nutzen: Schließe Vorhänge und Rolläden nachts, um die Wärme im Raum zu halten.

Fazit

Die neue Heizkostenverordnung ab 2025 bringt einige Änderungen mit sich, die dich als Mieter betreffen. Fernablesbare Messgeräte, monatliche Verbrauchsinformationen und detailliertere Abrechnungen sollen für mehr Transparenz sorgen und dich zu einem sparsameren Umgang mit Energie anregen. Prüfe deine Nebenkostenabrechnung sorgfältig und scheue dich nicht, Widerspruch einzulegen, wenn etwas nicht stimmt. Und denk daran: Energiesparen ist nicht nur gut für deinen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt! Also, ran an die Heizung und zeig dem Energieverbrauch, wer der Boss ist!

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