Grundlagen

Nebenkostenabrechnung für WG-Zimmer: Wie die Kosten korrekt aufgeteilt werden und was du bei Auszug beachten musst!

Hey du, WG-Bewohner! Sitzt du auch gerade über deiner Nebenkostenabrechnung und fragst dich, wie zum Teufel die Kosten in eurer WG eigentlich aufgeteilt werden? Keine Sorge, du bist nicht allein! Das...

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Nebenkostenabrechnung für WG-Zimmer: Wie die Kosten korrekt aufgeteilt werden und was du bei Auszug beachten musst!

Hey du, WG-Bewohner!

Sitzt du auch gerade über deiner Nebenkostenabrechnung und fragst dich, wie zum Teufel die Kosten in eurer WG eigentlich aufgeteilt werden? Keine Sorge, du bist nicht allein! Das Thema Nebenkosten in WGs kann ganz schön knifflig sein, aber mit diesem Ratgeber helfe ich dir, Licht ins Dunkel zu bringen. Egal ob du neu in einer WG bist oder schon länger dabei wohnst, hier erfährst du, wie die Kosten korrekt verteilt werden und was du beachten musst, wenn du ausziehst. Los geht's!

Wie werden die Nebenkosten in einer WG aufgeteilt?

Die Aufteilung der Nebenkosten in einer WG hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von dem, was im Mietvertrag steht. Hier gibt es grundsätzlich drei gängige Varianten:

  1. 1.Flächenschlüssel: Die Nebenkosten werden anteilig zur Größe der einzelnen Zimmer bzw. der gesamten Wohnfläche berechnet. Das bedeutet: Wer ein größeres Zimmer hat, zahlt auch mehr Nebenkosten.
  2. 2.Personenschlüssel: Die Nebenkosten werden einfach durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Jede Person zahlt also den gleichen Anteil, unabhängig von der Zimmergröße.
  3. 3.Verbrauchsschlüssel: Hier werden die Kosten nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet, z.B. für Wasser und Heizung. Das ist natürlich die fairste Variante, setzt aber voraus, dass entsprechende Zähler in jedem Zimmer vorhanden sind oder zumindest für die gesamte WG.
⚠️
WichtigIm Mietvertrag muss klar geregelt sein, welcher Verteilerschlüssel angewendet wird. Fehlt eine solche Regelung, gilt grundsätzlich der gesetzliche Verteilerschlüssel nach Wohnfläche (§ 556a BGB).

Was passiert, wenn im Mietvertrag nichts steht?

Sollte dein Mietvertrag keine Regelung zur Aufteilung der Nebenkosten enthalten, dann kommt – wie gerade erwähnt – der gesetzliche Verteilerschlüssel nach Wohnfläche zum Tragen. Das bedeutet, dass die gesamten Nebenkosten im Verhältnis zur Größe der einzelnen Zimmer bzw. der gesamten Wohnung aufgeteilt werden.

💡
TippWenn du mit der aktuellen Regelung unzufrieden bist, sprich mit deinem Vermieter und deinen Mitbewohnern. Vielleicht findet ihr eine einvernehmliche Lösung, die für alle fair ist. Eine schriftliche Vereinbarung ist dabei immer ratsam!

Welche Nebenkosten dürfen überhaupt abgerechnet werden?

Nicht alle Kosten, die der Vermieter hat, dürfen auch auf dich umgelegt werden. Zu den umlagefähigen Nebenkosten gehören typischerweise:

  • Heizung und Warmwasser
  • Wasser und Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Straßenreinigung
  • Hausreinigung
  • Gartenpflege
  • Hausmeister
  • Gebäudeversicherung
  • Grundsteuer
  • Schornsteinfeger
Nicht umlagefähig sind hingegen Kosten für Reparaturen, Instandhaltung oder Verwaltungsgebühren.

⚠️
WichtigPrüfe deine Nebenkostenabrechnung genau! Achte darauf, dass nur umlagefähige Kosten berechnet werden und dass die Beträge plausibel sind. Im Zweifelsfall kannst du die Belege beim Vermieter einsehen.

Was tun bei Auszug aus der WG?

Der Auszug aus einer WG ist oft mit viel Stress verbunden. Damit es bei der Nebenkostenabrechnung keine bösen Überraschungen gibt, solltest du folgendes beachten:

  • Zwischenablesung: Vereinbare mit deinem Vermieter und deinen Mitbewohnern eine Zwischenablesung der Zählerstände (z.B. für Wasser und Heizung). So kann dein Verbrauch bis zum Auszug genau erfasst werden.
  • Übergabeprotokoll: Erstelle ein Übergabeprotokoll, in dem der Zustand deines Zimmers und der Gemeinschaftsräume festgehalten wird. Das kann später hilfreich sein, um eventuelle Schäden zu dokumentieren.
  • Nachsendeauftrag: Richte einen Nachsendeauftrag ein, damit du deine Nebenkostenabrechnung auch nach dem Auszug erhältst.
  • Anspruch auf Abrechnung: Auch wenn du ausgezogen bist, hast du Anspruch auf eine korrekte Nebenkostenabrechnung für den Zeitraum, in dem du in der WG gewohnt hast. Der Vermieter hat dafür in der Regel 12 Monate Zeit nach Ende des Abrechnungszeitraums.

Sonderfall: Untermietvertrag

Wenn du ein Zimmer in einer WG untermietest, gelten besondere Regeln. Dein Vermieter ist in diesem Fall dein Hauptmieter, also einer deiner Mitbewohner. Dieser ist dann für die Nebenkostenabrechnung zuständig. Achte darauf, dass du eine klare Vereinbarung mit deinem Hauptmieter triffst, wie die Kosten abgerechnet werden und wie du deine Abrechnung erhältst.

BGH-Urteile zur Nebenkostenabrechnung in WGs

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich in der Vergangenheit mehrfach mit dem Thema Nebenkostenabrechnung in WGs auseinandergesetzt. Ein wichtiges Urteil ist beispielsweise das Urteil vom 18.11.2009 (VIII ZR 84/09). Darin hat der BGH klargestellt, dass bei einer WG mit mehreren Mietern die Nebenkosten grundsätzlich nach dem im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschlüssel aufgeteilt werden müssen. Fehlt eine solche Vereinbarung, gilt der gesetzliche Verteilerschlüssel nach Wohnfläche.

Ein weiteres interessantes Urteil ist das Urteil vom 11.11.2015 (VIII ZR 19/15). Hier hat der BGH entschieden, dass ein Vermieter die Nebenkosten auch dann abrechnen kann, wenn er die Abrechnung nicht innerhalb der 12-Monats-Frist erstellt hat, solange er die Verspätung nicht selbst verschuldet hat.

Praktische Tipps für deine WG-Nebenkosten

  • Offene Kommunikation: Sprich offen mit deinen Mitbewohnern über die Nebenkosten. Klärt alle Fragen und Missverständnisse frühzeitig.
  • Gemeinsamer Verbrauch: Achtet gemeinsam auf einen sparsamen Umgang mit Wasser, Heizung und Strom. Das spart Geld und schont die Umwelt.
  • Protokollieren: Führe ein Protokoll über Zählerstände und Verbrauch. So behältst du den Überblick und kannst die Nebenkostenabrechnung besser nachvollziehen.
  • Expertenrat: Wenn du dir unsicher bist, lass dich von einem Experten beraten, z.B. von einem Mieterverein oder einem Rechtsanwalt.

Fazit

Die Nebenkostenabrechnung in einer WG kann kompliziert sein, aber mit den richtigen Informationen und einer guten Kommunikation mit deinen Mitbewohnern und dem Vermieter, kannst du viel Ärger vermeiden. Achte darauf, dass im Mietvertrag klar geregelt ist, wie die Nebenkosten aufgeteilt werden. Prüfe deine Abrechnung sorgfältig und scheue dich nicht, Fragen zu stellen. Und denk daran: Ein offener und ehrlicher Umgang miteinander ist der Schlüssel zu einem harmonischen WG-Leben – auch beim Thema Nebenkosten!

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