Na, flattert dir auch jedes Jahr die Nebenkostenabrechnung ins Haus und du denkst: "Oh je, was ist das denn schon wieder?" Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders die Wasserkosten können ganz schön ins Geld gehen. Aber hast du schon mal daran gedacht, dass dein Wasserzähler vielleicht gar nicht richtig geeicht ist? Das kann nämlich teuer werden! In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Fehler bei der Eichung erkennst und bares Geld sparen kannst.
Wasserzähler unter der Lupe: Warum die Eichung so wichtig ist
Stell dir vor, du gehst tanken und die Zapfsäule zeigt weniger Liter an, als tatsächlich in deinen Tank fließen. Ätzend, oder? Genau das Gleiche passiert, wenn dein Wasserzähler nicht richtig geeicht ist. Er misst dann entweder zu viel oder zu wenig Wasserverbrauch. Da du aber für den gemessenen Verbrauch zahlst, kann eine falsche Eichung schnell zu unnötig hohen Kosten führen.
Die Eichung ist also quasi eine TÜV-Prüfung für deinen Wasserzähler. du stellt sicher, dass er genau misst und du nur für das Wasser bezahlst, das du wirklich verbrauchst. Das Eichgesetz schreibt vor, dass Wasserzähler regelmäßig geeicht werden müssen.
Wie oft muss mein Wasserzähler geeicht werden?
Die Eichgültigkeitsdauer für Wasserzähler beträgt in Deutschland sechs Jahre. Das bedeutet, dass dein Wasserzähler alle sechs Jahre ausgetauscht oder neu geeicht werden muss. Nach Ablauf dieser Frist ist die Eichung ungültig und der Zähler darf nicht mehr für die Abrechnung verwendet werden.
Alarmglocken: So erkennst du Fehler in der Nebenkostenabrechnung
Okay, jetzt wird's spannend! Wie findest du heraus, ob mit der Eichung deines Wasserzählers alles in Ordnung ist? Hier sind ein paar Tipps:
- 1.Prüfe das Eichdatum: Schaue dir deinen Wasserzähler genau an. Dort sollte ein Eichzeichen mit einer Jahreszahl zu finden sein. Diese Jahreszahl gibt an, in welchem Jahr der Zähler geeicht wurde. Rechne sechs Jahre drauf. Liegt das Datum vor dem Abrechnungszeitraum deiner Nebenkostenabrechnung, ist die Eichung ungültig.
- 2.Vergleiche den Verbrauch: Ist dein Wasserverbrauch im Vergleich zu den Vorjahren plötzlich extrem gestiegen, obwohl sich dein Verhalten nicht geändert hat? Das könnte ein Hinweis auf einen defekten oder ungeeichten Zähler sein. Vergleiche am besten die Abrechnungen der letzten Jahre und notiere dir die Verbrauchswerte.
- 3.Achte auf Auffälligkeiten: Gibt es ungewöhnliche Geräusche vom Wasserzähler? Dreht er sich, obwohl du kein Wasser verbrauchst? Solche Anzeichen können ebenfalls auf einen Defekt hindeuten.
- 4.Der Blick in die Abrechnung: In der Nebenkostenabrechnung selbst muss der Zählerstand am Anfang und am Ende des Abrechnungszeitraums angegeben sein. Fehlt diese Angabe oder ist sie unvollständig, solltest du hellhörig werden. Außerdem sollte die Zählernummer auf der Abrechnung mit der auf dem Wasserzähler übereinstimmen.
- 5.Vergleiche mit dem Durchschnittsverbrauch: Im Internet findest du Tabellen mit dem durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Person und Haushalt. Vergleiche deinen Verbrauch mit diesen Werten. Liegst du deutlich darüber, könnte das ein Hinweis auf einen Fehler sein.
Was tun, wenn du einen Fehler vermutest?
Du hast den Verdacht, dass dein Wasserzähler nicht richtig geeicht ist oder falsch misst? Keine Panik! So gehst du am besten vor:
- 1.Kontaktiere deinen Vermieter: Dein erster Schritt sollte immer sein, deinen Vermieter schriftlich über deinen Verdacht zu informieren. Beschreibe das Problem so genau wie möglich und lege Kopien von deinen Nebenkostenabrechnungen und anderen relevanten Unterlagen bei. Fordere deinen Vermieter auf, den Zähler überprüfen zu lassen und dir die Ergebnisse mitzuteilen. Setze ihm dafür eine angemessene Frist (z.B. zwei Wochen).
- 2.Fordere die Belege an: Du hast das Recht, die Originalbelege für die Nebenkostenabrechnung einzusehen. Dazu gehören auch die Unterlagen zur Eichung des Wasserzählers. So kannst du selbst überprüfen, ob alles seine Richtigkeit hat.
- 3.Bezahle unter Vorbehalt: Wenn du Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung hast, solltest du den Betrag "unter Vorbehalt" bezahlen. Das bedeutet, dass du dir das Recht vorbehältst, die Abrechnung später anzufechten, falls sich herausstellt, dass sie fehlerhaft ist. Vermerke den Vorbehalt schriftlich auf dem Überweisungsträger oder im Verwendungszweck.
- 4.Lass dich beraten: Wenn du dir unsicher bist oder dein Vermieter nicht reagiert, kannst du dich an einen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt für Mietrecht wenden. Diese können dir bei der Prüfung der Abrechnung helfen und dich über deine Rechte informieren.
Mietrechtliche Aspekte: Was sagt der BGH?
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich bereits mehrfach mit dem Thema Nebenkostenabrechnung und fehlerhaften Messgeräten befasst. Ein wichtiges Urteil in diesem Zusammenhang ist das BGH-Urteil vom 16. Juli 2014 (Az. VIII ZR 34/14). Darin hat der BGH klargestellt, dass der Vermieter für die ordnungsgemäße Funktion der Messgeräte verantwortlich ist. Wenn ein Wasserzähler nicht richtig geeicht ist oder falsch misst, ist der Vermieter verpflichtet, den Mangel zu beheben und die Abrechnung zu korrigieren.
Außerdem hat der BGH entschieden, dass der Mieter in solchen Fällen einen Anspruch auf Minderung der Mietzahlung haben kann. Die Höhe der Minderung richtet sich nach dem Grad der Beeinträchtigung.
Fazit: Aufgepasst bei der Nebenkostenabrechnung!
Die Nebenkostenabrechnung ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Aber mit ein bisschen Aufmerksamkeit und den richtigen Tipps kannst du Fehler erkennen und bares Geld sparen. Achte besonders auf das Eichdatum deines Wasserzählers und vergleiche deinen Verbrauch mit den Vorjahren. Wenn du Zweifel hast, scheue dich nicht, deinen Vermieter zu kontaktieren und die Belege einzusehen. Im Zweifelsfall solltest du dir rechtlichen Rat einholen. Denn dein Recht auf eine korrekte Nebenkostenabrechnung solltest du auf jeden Fall wahrnehmen! So behältst du den Überblick und sorgst dafür, dass du nur für das zahlst, was du wirklich verbrauchst. Viel Erfolg bei deiner nächsten Nebenkostenabrechnung!
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