Na, wieder mal Kopfzerbrechen wegen der Nebenkostenabrechnung in deiner WG? Kennen wir alle! Kaum flattert das Ding ins Haus, geht das große Rechnen und Diskutieren los. Wer hat wie viel verbraucht? Ist das überhaupt alles richtig? Und wie teilen wir das jetzt fair auf? Keine Sorge, in diesem Artikel zeige ich dir, wie du das Chaos bändigst und für klare Verhältnisse sorgst.
Warum die Nebenkostenabrechnung in der WG so knifflig ist
In einer WG wohnen oft ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Der eine duscht dreimal täglich, der andere nur alle drei Tage. Der eine heizt sein Zimmer auf Sauna-Temperaturen, der andere friert lieber. Diese unterschiedlichen Lebensweisen machen die Aufteilung der Nebenkosten zur Herausforderung. Hinzu kommt, dass Vermieter oft nur eine Gesamtabrechnung für die gesamte Wohnung erstellen, was die Sache nicht einfacher macht.
Aber keine Panik, wir kriegen das hin!
Die Grundlage: Dein Mietvertrag
Bevor wir uns ins Detail stürzen, solltest du einen Blick in deinen Mietvertrag werfen. Hier ist festgelegt, welche Nebenkosten überhaupt umlagefähig sind. Das sind in der Regel:
- •Heizkosten: Warmwasser und Heizung
- •Wasserkosten: Kaltwasser und Abwasser
- •Müllabfuhr: Gebühren für die Mülltonnen
- •Grundsteuer: Eine Steuer auf das Grundstück
- •Versicherungen: Gebäude-, Haftpflicht- und Elementarschadenversicherung
- •Hausmeister: Lohn für den Hausmeister
- •Treppenhausreinigung: Kosten für die Reinigung des Treppenhauses
- •Gartenpflege: Kosten für die Pflege des Gartens (falls vorhanden)
- •Kabelanschluss: Gebühren für den Kabelanschluss (falls vorhanden)
- •Sonstige Kosten: Hier können noch weitere Kostenpunkte auftauchen, z.B. für die Wartung von Aufzügen oder die Reinigung der Regenrinnen.
Verteilerschlüssel: Wie die Kosten aufgeteilt werden
Der nächste wichtige Punkt ist der Verteilerschlüssel. Er bestimmt, wie die Nebenkosten auf die einzelnen Mieter aufgeteilt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
- •Nach Wohnfläche: Dies ist der häufigste Verteilerschlüssel. Die Kosten werden im Verhältnis zur Wohnfläche der einzelnen Zimmer aufgeteilt.
- •Nach Personenzahl: Hier werden die Kosten einfach durch die Anzahl der Bewohner geteilt.
- •Nach Verbrauch: Bei einigen Kosten, wie Heizung und Wasser, ist es möglich, den tatsächlichen Verbrauch zu messen und abzurechnen. Dafür müssen aber Zähler in den einzelnen Zimmern bzw. für jeden Mieter vorhanden sein.
- •Individuelle Vereinbarung: Du kannst mit deinen Mitbewohnern auch eine individuelle Vereinbarung treffen, die von den oben genannten Schlüsseln abweicht. Diese Vereinbarung sollte aber schriftlich festgehalten werden.
Heizkostenverteilung: Ein Sonderfall
Die Heizkostenverteilung ist oft ein Streitthema in WGs. Laut Gesetz (§7 Heizkostenverordnung) müssen mindestens 50%, meistens sogar 70% der Heizkosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Das bedeutet, dass du nur für die Wärme bezahlst, die du tatsächlich verbraucht hast. Der restliche Teil der Heizkosten (30-50%) wird in der Regel nach Wohnfläche verteilt.
Die Nebenkostenabrechnung prüfen: Dein Recht!
Sobald du die Nebenkostenabrechnung erhalten hast, solltest du sie genau prüfen. Achte auf folgende Punkte:
- •Formelle Richtigkeit: Sind alle Angaben korrekt? Ist der Abrechnungszeitraum richtig? Sind die Kosten nachvollziehbar aufgeschlüsselt?
- •Umlagefähigkeit: Sind alle Kostenpunkte im Mietvertrag genannt und somit umlagefähig?
- •Verteilerschlüssel: Wurde der richtige Verteilerschlüssel angewendet?
- •Belegeinsicht: Du hast das Recht, die Originalbelege einzusehen. Der Vermieter muss dir die Einsicht ermöglichen.
Die WG-interne Abrechnung: So wird's fair
Nachdem du die Nebenkostenabrechnung vom Vermieter geprüft hast, geht es an die WG-interne Abrechnung. Hier kommt es darauf an, wie ihr euch geeinigt habt.
Hier eine Vorlage für eine WG-interne Nebenkostenabrechnung:
| Kostenpunkt | Gesamtkosten | Verteilerschlüssel | Dein Anteil |
|---|---|---|---|
| Heizkosten (Grund) | xxx € | Wohnfläche | xxx € |
| Heizkosten (Verbrauch) | xxx € | Verbrauch | xxx € |
| Wasserkosten | xxx € | Personenzahl | xxx € |
| Müllabfuhr | xxx € | Personenzahl | xxx € |
| Treppenhausreinigung | xxx € | Wohnfläche | xxx € |
| Gesamtsumme | xxx € |
- 1.Kläre die Verteilerschlüssel: Sprecht euch ab, welcher Verteilerschlüssel für welchen Kostenpunkt gelten soll.
- 2.Berechne deinen Anteil: Ermittle deinen Anteil an den Gesamtkosten anhand des gewählten Verteilerschlüssels.
- 3.Erstelle eine Tabelle: Nutze die Vorlage, um eine übersichtliche Abrechnung zu erstellen.
- 4.Kommunikation ist alles: Besprecht die Abrechnung gemeinsam und klärt offene Fragen.
- •Transparenz: Zeigt euch gegenseitig die Rechnungen und Belege.
- •Verbrauchserfassung: Wenn möglich, versucht euren individuellen Verbrauch zu erfassen (z.B. mit Wasseruhren).
- •Pauschalen: Für bestimmte Kostenpunkte (z.B. Internet) könnt ihr auch Pauschalen vereinbaren.
- •Flexibilität: Seid bereit, Kompromisse einzugehen.
- •Schriftliche Vereinbarung: Haltet eure Vereinbarungen schriftlich fest, um Missverständnisse zu vermeiden.
Streit vermeiden: Tipps für ein harmonisches WG-Leben
Die Nebenkostenabrechnung kann schnell zu Streit führen. Hier ein paar Tipps, wie du das vermeidest:
- •Regelmäßige WG-Meetings: Sprecht regelmäßig über Finanzen und andere wichtige Themen.
- •Offene Kommunikation: Redet offen und ehrlich miteinander.
- •Respekt: Respektiert die unterschiedlichen Lebensweisen eurer Mitbewohner.
- •Kompromissbereitschaft: Seid bereit, Kompromisse einzugehen.
- •Mediator: Wenn es gar nicht anders geht, könnt ihr einen neutralen Mediator hinzuziehen.
Fazit
Die Nebenkostenabrechnung in der WG ist zwar etwas komplizierter, aber mit ein bisschen Organisation und Kommunikation kein Hexenwerk. Achte auf deinen Mietvertrag, prüfe die Abrechnung genau, sprich dich mit deinen Mitbewohnern ab und haltet eure Vereinbarungen schriftlich fest. Dann steht einem harmonischen WG-Leben nichts mehr im Wege! Und denk dran: Reden ist Gold!
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