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Abwassergebühren in der Nebenkostenabrechnung: Unterschied zwischen Frischwassermaßstab und tatsächlichem Verbrauch? So berechnen Sie richtig!

Na, wieder mal Bauchschmerzen beim Blick auf deine Nebenkostenabrechnung? Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders die Abwassergebühren sorgen oft für Fragezeichen. Vor allem, wenn's um den Untersch...

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5 Min. Lesezeit
Abwassergebühren in der Nebenkostenabrechnung: Unterschied zwischen Frischwassermaßstab und tatsächlichem Verbrauch? So berechnen Sie richtig!

Na, wieder mal Bauchschmerzen beim Blick auf deine Nebenkostenabrechnung? Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders die Abwassergebühren sorgen oft für Fragezeichen. Vor allem, wenn's um den Unterschied zwischen Frischwassermaßstab und tatsächlichem Verbrauch geht. Lass uns das mal gemeinsam aufdröseln, damit du in Zukunft besser durchblickst und Fehler in deiner Abrechnung leichter erkennst!

Was sind Abwassergebühren eigentlich?

Ganz einfach: Für das Wasser, das du verbrauchst und wieder "loswirst", fallen Abwassergebühren an. Das ist quasi die Gebühr für die Reinigung des Schmutzwassers, bevor es wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Stell dir vor, jemand müsste dein Spülwasser, Duschwasser und Co. von Hand sauber machen – das wäre ein teurer Spaß!

Frischwassermaßstab vs. Tatsächlicher Verbrauch: Wo liegt der Unterschied?

Hier wird's interessant! Bei der Berechnung der Abwassergebühren gibt es zwei gängige Methoden:

  • Frischwassermaßstab: Hier wird angenommen, dass die Menge des Abwassers der Menge des verbrauchten Frischwassers entspricht. Das heißt, was du an Frischwasser beziehst, wird dir auch als Abwasser berechnet.
  • Tatsächlicher Verbrauch: Hier wird die tatsächlich abgeleitete Abwassermenge gemessen und abgerechnet. Das passiert in der Regel über separate Wassermengenzähler für bestimmte Bereiche.
Welche Methode angewendet wird, steht normalerweise in deinem Mietvertrag oder der lokalen Abwassersatzung.

Wann ist der Frischwassermaßstab erlaubt?

Der Frischwassermaßstab ist die gängigste Methode und grundsätzlich zulässig. Allerdings gibt es Ausnahmen:

  • Wenn ein erheblicher Teil des Frischwassers nicht in die Kanalisation gelangt. Das ist der springende Punkt! Wenn du zum Beispiel einen großen Garten hast und regelmäßig mit Frischwasser bewässerst, versickert ein Teil davon im Boden und landet nicht im Abwasserkanal.
  • BGH hat das Wort: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen (z.B. VIII ZR 19/09) klargestellt, dass der Frischwassermaßstab dann unzulässig ist, wenn nachgewiesen wird, dass ein signifikanter Teil des Frischwassers nicht dem Abwasser zugeführt wird.

Wie berechnest du richtig? Die Praxis

Okay, genug Theorie. Jetzt wird's praktisch!

Fall 1: Du hast keinen Garten oder ähnliches:

Wenn du keinen Garten hast oder dein Wasserverbrauch hauptsächlich im Haushalt stattfindet (Duschen, Kochen, Spülen, etc.), dann ist der Frischwassermaßstab wahrscheinlich korrekt. In diesem Fall kannst du deine Abwasserkosten ganz einfach berechnen:

  1. 1.Prüfe deine Nebenkostenabrechnung: Wie viel Frischwasser hast du laut Abrechnung verbraucht (in Kubikmetern)?
  2. 2.Finde den Abwasserpreis heraus: Frage bei deinem Vermieter oder der Gemeinde nach, wie hoch die Abwassergebühr pro Kubikmeter ist.
  3. 3.Rechne: Frischwasserverbrauch (m³) x Abwasserpreis (pro m³) = Deine Abwasserkosten
Fall 2: Du hast einen Garten und bewässerst ihn mit Frischwasser:

Jetzt wird's kniffliger! Hier musst du aktiv werden, um zu überprüfen, ob der Frischwassermaßstab fair ist.

  1. 1.Überlege, wie viel Wasser du für den Garten verbrauchst: Das ist natürlich schwer zu schätzen. Eine Möglichkeit ist, deinen Wasserverbrauch in den Sommermonaten (wenn du viel bewässerst) mit dem Verbrauch in den Wintermonaten (wenn du wenig oder gar nicht bewässerst) zu vergleichen. Die Differenz könnte ein Anhaltspunkt sein.
  2. 2.Installiere einen separaten Wassermengenzähler für die Gartenbewässerung: Das ist die genaueste Methode! So kannst du exakt messen, wie viel Frischwasser du für den Garten nutzt, das nicht in die Kanalisation gelangt.
  3. 3.Sprich mit deinem Vermieter: Teile ihm deine Erkenntnisse mit und schlage vor, die Abwasserkosten entsprechend anzupassen. Zeige ihm deine Berechnungen und – falls vorhanden – die Daten des separaten Wassermengenzählers.
  4. 4.Fordere eine Korrektur der Abrechnung: Wenn dein Vermieter sich weigert, die Abwasserkosten anzupassen, obwohl du nachweisen kannst, dass ein erheblicher Teil des Frischwassers nicht dem Abwasser zugeführt wird, kannst du eine Korrektur der Nebenkostenabrechnung fordern.
⚠️
WichtigBewahre alle Belege und Nachweise (z.B. Rechnungen für den Wassermengenzähler, Fotos vom Garten, Aufzeichnungen über deinen Wasserverbrauch) sorgfältig auf.

Typische Fehler in der Nebenkostenabrechnung bei Abwassergebühren

Achte auf folgende Punkte, wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfst:

  • Falsche Berechnungsgrundlage: Wurde der Frischwassermaßstab angewendet, obwohl du einen Garten hast und das belegen kannst?
  • Fehlerhafte Zählerstände: Sind die Zählerstände korrekt abgelesen und in die Abrechnung übernommen worden?
  • Doppelte Berechnung: Werden die Abwassergebühren doppelt berechnet (z.B. einmal als Pauschale und einmal nach Verbrauch)?
  • Fehlende Erklärungen: Sind die Berechnungsgrundlagen und die einzelnen Positionen der Abwassergebühren verständlich erklärt?

Was tun, wenn du Fehler findest?

Wenn du Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung entdeckst, solltest du wie folgt vorgehen:

  1. 1.Reklamation beim Vermieter: Setze dich schriftlich mit deinem Vermieter in Verbindung und reklamiere die fehlerhafte Abrechnung. Beschreibe die Fehler genau und lege Belege bei.
  2. 2.Frist beachten: Du hast in der Regel 12 Monate Zeit, um Fehler in der Nebenkostenabrechnung zu reklamieren.
  3. 3.Rechtliche Beratung: Wenn dein Vermieter sich weigert, die Fehler zu korrigieren, kannst du dich rechtlich beraten lassen. Mietervereine oder Anwälte für Mietrecht können dir weiterhelfen.

Fazit

Die Abwassergebühren sind oft ein heikles Thema in der Nebenkostenabrechnung. Aber keine Panik! Mit ein wenig Know-how und genauer Prüfung kannst du sicherstellen, dass du nicht zu viel bezahlst. Denke daran: Wenn du einen Garten hast oder anderweitig Frischwasser verbrauchst, das nicht in die Kanalisation gelangt, solltest du das genau prüfen und gegebenenfalls einen separaten Wassermengenzähler installieren. So hast du eine solide Grundlage für Gespräche mit deinem Vermieter und kannst im Zweifelsfall deine Rechte durchsetzen. Lass dich nicht unterkriegen und geh deine Nebenkostenabrechnung selbstbewusst an! Viel Erfolg!

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